Dude Ranch in Montana, Rodeo und warum Vali jetzt mit „yes ma’am“ antwortet.

„Dude“ wird ja hier so wie „Ey Alter“ verwendet, von daher kam uns das erst bisschen seltsam vor, aber wie wir später erfuhren kommt das aus der Zeit, als die Sommerfrischler aus den großen Städten die Ranches auf dem Land aufsuchten, dort mithalfen unbedarfte „Dudes“ wie sie waren. Daher der Name. Obwohl wir eigentlich nur eine halbwegs aktive Reiterin in unserer Familie haben, sollte also eine Horse Ranch unser erster Stop auf dem Weg in unsere 8 wöchigen möbellosen Zeit sein, in der wir nochmal die „full American experience“ inhalieren wollten, bevor wir dieses Land auf unbestimmte Zeit verlassen.

Big Sky Country wird Montana auch genannt. Mit 1 Mio Einwohner und einer ähnlichen Fläche wie Deutschland, einer der bevölkerungärmsten Bundesstaaten der USA. Unendliche Viehweiden oder Niemandsland. Auf dem Weg eine kleine Reifenpanne, was in der Abenddämmerung, ohne Hotel, ohne Netz mit einem Auto das pickepacke voll ist und Temperaturen, die nicht zum Zelten einladen, so mittel lustig daher kommt. Aber dank Ersatzreifen und einer hilfsbereiten Kneipenwirtin, ging es in die völlig überfüllte Hauptstadt Helena, wo es dann im „Quality Inn“ doch noch ein Bett gab und im nächstgrößeren Ort Bozeman dann auch am Sonntag neue Reifen, puh.

Abends Ankunft auf der „Sweet Grass Ranch“ einem Familien Betrieb irgendwo im Hinterland von Big Timber, wohin die letzten Kilometer nur noch eine Schotterstraße führt und man das Gefühl hat einen privaten National Park zu betreten. Im Haupthaus wurden gemeinsam mit allen Gästen und den „Wranglern“ also den Stallburschen und -mädels und der Familie die Mahlzeiten eingenommen… Das Essen war wirklich hervorragend und das ist jetzt auf unserer Reise eines der anstrengendsten Dinge, „gesundes Essen“ zu finden. Dort gab es immer Salate, Gemüse und natürlich Fleisch, alles reichlich. Frühstück mit diversen Eierspeisen (die machen ja alles mit den Eiern, außer gekochte Eier im Eierbecher), egg benedikt, eggs out of die oven, scrambled eggs, overeasy, sunny side up, omelets with cheese, pancakes, french toast usw.

Das Eigentliche auf der Ranch war aber natürlich die Pferde und das Reiten. Die rund 60 Pferde sind nachts auf einer gewaltigen Koppel am Bach und tagsüber werden sie je nach Temperament den jeweiligen Reitern zugeordnet. Ich hatte das sehr sanfte, bisschen nervöse Pferd „Blondie“ das einen sehr gemächlichen Galopp (jawoll) hatte. Sophie hatte das Pferd der Besitzerstochter, das diese als 11jährige geritten hat und das wiederum sehr gerne trabte und galoppierte. Nach dem ersten Ausritt gingen wir Eltern wie John Wayne zu unserer Hütte und konnten uns kaum rühren, während die Kinder behaupteten „nix“ zu spüren. Super, wenn man so langsam ins Senioren Alter kommt. Abends sagte man also Bescheid was man am nächsten Tag so an Reitaktivtät haben wollte und nach dem Frühstück ging es dann in den Sattel und wir sind dann meist als Familie mit einem „Wrangler“ irgendwo auf dem unendlichen Farmareal über Wiesen, durch Wälder usw. geritten. Grad schee wars (Abgesehen von den Beinen, dem Rücken, den Armen usw).

D

Die anderen Gäste kamen vorwiegend aus USA (Seattle, Florida und Arkansas) oder England. Die beiden Schwestern aus GB waren erfrischend direkt und haben Wörter in den Mund genommen, die ich in den 3 Jahren USA gar nicht mehr gehört habe (auch das f Wort war dabei) und wir hatten sehr, sehr lustige Abende! Was die Familie aus Arkansas betraf, so haben die Jungs jede Antwort gegenüber einem Erwachsenen mit einem „Yes Ma’am“ bzw. „Yes, Sir“ verseben, was mich leicht irritiert hat. Das kennt man in Seattle nicht. (Daran, dass jede Verkäuferin mich Honey oder Hon‘ nennt, daran kann ich mich eher gewöhnen) Die Kinder fanden das sehr amüsant und Vali hat das jetzt übernommen, ganz prima, wenn er uns antwortet.

Am Freitag fuhren wir alle zum jährlichen Rodeo nach Big Timber. Naja das ist nicht so ganz mein Fall. 3 Jährige werden auf Schafe gesetzt und halten sich zwischen 1 und 4 Sekunden darauf. Das Barrel Race ist das Beste, da galoppieren Cowgirls allen Alters um ein paar Fässer und das scheint auch den Pferden zu gefallen. Höhepunkt ist das Bullriding, Kommentare erübrigen sich.

Das Sopherl wurde übrigens für ihren Galopp schwer bewundert und als künftiger Wrangler in ein paar Jahren (sie verbringen hier gegen Kost, Logis und etwas Gehalt den Sommer) angeheuert. Auch die Familie aus Arkansas war extrem beeindruckt, zumal sie selbst diverse Shows and Races geritten sind. Es gab am letzten Tag nämlich Spiele und Rennen auf dem Pferderücken (absolut freiwillig, also ohne mich)

So ging die erste Woche mit vielen neuen Erlebnissen, Bekannten, gutem Essen und wunderschöner Natur zu Ende… Sweet Grass, Good bye!

Crazy market, USDA, Mazel Tov…

Also alles was uns Kenner und auch alle anderen hier über den Verkauf eines Hauses prophezeit hatten, es stand sogar immer wieder in der Zeitung „how crazy the Seattle house market“ ist, trat für uns ein. Nach nur 5 Tagen auf dem Markt, Multiple Offer Situation, Closing Date bevor unser Container losging usw. Es ist fast ein wenig unheimlich wie das alles so smooth lief. Aber da jede Woche ca. 500 Menschen aus aller Welt nach Seattle ziehen ist es wohl das normalste der Welt ein Haus schon nach 1,5 Jahren ohne Verlust zu verkaufen…

Das alles ist schon so lange her, aber ich war so busy, dass ich euch einfach heute mal schnell auf den neuesten Stand bringe und dann – promise – euch alles von unserem Roadtrip auf dem wir uns gerade befinden berichte. Mit vieeeeelen Bilder aus Montana, Wyoming und immer weiter, weiter nach Osten. Genieße endlich wieder eine Netzverbindung und schreibe während unsere Fahrt durch die great planes…

Aber zurück Ende Mai:

Das Haus gestaged, also aufgehübscht, fotografiert und auf Zuruf von uns „spotless“ verlassen, so dass wir kurz über ein Bed&Breakfast nachgedacht haben, da wir unsere tägliche Routine hatten und es (für 5 Tage) fast schon Spaß machte, alles so picobello zu verlassen…

Dann ein Highlight und sehr berührend: Wir wurden zur Bat Mitzwah der Tochter unserer ehemaligen Nachbarn eingeladen. Bar Mitzwah (für Jungs) bzw. Bat Mitzwah (für Mädchen) wird individuell im Alter von ca 13 Jahren gefeiert, vergleichbar mit der christlichen Konfirmation/Firmung, gefeiert. In einer modernen Synagoge mit einem ebenso „modernen“ Rabbi, Gitarre spielend und singend wurde der Gottesdienst gefeiert. Das Bat Mitzwah Girl, Rachel, hat den Gottesdienst dann zusammen mit dem Rabbi quasi gestaltet. Höhepunkt ist dann die „Rede“, eine selbst verfasste Interpretation einer Bibelstelle, in der Rachel so souverän auf die Politik Bezug nahm und ihren Glauben reflektierte, dass uns die Kinnlade runterklappte. Gut die Jugendlichen bereiten sich 2 Jahre auf diesen Tag vor und Rachel ist ein wirklich cleveres, theaterspielendes Mädchen, aber wir waren sehr beeindruckt! Danach im alten Amazon Gebäude mit 280 Grad Rundumblick über Seattle und Mercer Island die Party. Was für ein Erlebnis – Mazel Tov Rachel!

Danach habe ich dann Bella nach Europa geflogen – tja sie brauchte eben einen Direktflug und Reisen im Sommer mit Hund, gerade in Nationalparks, ist kein Spaß vor allem nicht für den Hund… Die USDA musste erst noch bestätigen, dass sie ordnungsgemäß geimpft wurde, was mich und die USDA leicht gestresst hat, denn da mussten diverse Papiere innerhalb von 7 Tagen per Post hin und her geschickt werden und mein Vertrauen an US Post und Ämter ist nicht besonders hoch, weshalb ich mehrfach telefonisch nachgehakt habe…

Alles klappte und in München wollte keiner auch nur einen Blick auf diese super wichtigen Papiere werfen. Aber egal, Bella ist in ihrem Feriendomizil angekommen, wird nach Strich und Faden verwöhnt und genießt Oberösterreich mit Pauli!

Staging and the crazyness begins!

First of all, jetzt ist es also fix – wir kommen zurück. Moving back home. All das Up and Down, Back and Forth and Around, das erspare ich euch. Dass es auch hier wieder ein tränenreicher Abschied wird, hätte ich vor drei Jahren nicht gedacht, als ich bei der Verabschiedung an der Grundschule Rotz und Wasser geheult habe und nur dank Sonnenbrille und einer Menge Taschentücher über die Runden gekommen bin. Damals wusste ich ja auch nicht, wie schön, positiv, casual und bequem da Leben hier ist. Egal, Schwamm drüber. Wenn ich dann zurück bin, schreibe ich was alles nicht so toll war und da gibt es Einiges, angefangen beim Master of Desaster unserem Donald.

Staging – hä was bitte? Das haben mich einige Freundinnen gefragt, als ich erklärte was jetzt alles so gemacht werden muss, damit wir das Haus verkaufen. (Was wirklich „a bummer“ ist, wie man hier sagt, denn diesen Blick werde ich nie wieder bekommen, hatte ich das eventuell schon mal erwähnt?) Also Haus verkaufen: Ähnlich wie beim Kauf, man hat „seinen realtor“ oder „broker“, der einen da unterstützt. Genauso wie jeder Haussuchende sich einen „realtor“ also Makler sucht. Das Schöne daran ist, dass die Profis dann miteinander verhandeln und unsere Aufgabe allein darin besteht, das Haus in einem Tob Zustand zu verlassen und da haben wir das Problem auch schon. Was ist der Top Zustand? Betten gemacht, rausgewischt? Weit gefehlt. Es muss nicht nur tippi-toppi aufgeräumt sein (die mich kennen wissen genau, Aufräumen ist nicht mein zweiter Vorname), sondern die Fenster geputzt, das Dach und die Einfahrt gefegt und frei geblasen, all der Nippes, die Erinnerungsfotos, der kleine „drift wood pile“ den wir vom Meer mitgenommen haben, der Hundenapf usw. Alles muss weg oder versteckt werden. Wie oft sind wir zu „Good will“ (https://seattlegoodwill.org/) einer Organisation die Arbeitslose und Obdachlose dadurch unterstützt, dass diese die gespendete Ware annehmen, sortieren, zum Verkauf oder Weiterspenden vorbereiten etc. In der Halle neben der Abgabestelle kann dann jeder in diesem Riesensecondhand-Laden günstig einkaufen, der Erlös kommt dann auch wieder Bedürftigen zu Gute. In diesem Konsumland, brummt das Konzept natürlich. Wer seine Sachen verkaufen will, muss auf „craigs list“ oder „let go“ inserieren.

Wir haben also Vieles weggegeben und ich fühle „the magic of tidying up“, ein Buch das ich wieder mal zur Hand nahm. Irgendwann wird Aufräumen doch noch zu meiner zweiten Natur.

So weit so gut, jetzt ist das Haus also von Ballast befreit and ready for staging. Der Tag kam an dem die Staging Crew (für alle die das Konzept in Deutschland einführen wollen: https://onstage-online.com/) silberne Vasen, riesige abstrakte Gemälde, und ein paar Möbel in unsere Räume stellte, so dass wir uns bisschen wie in einem Hotel oder Möbelhaus fühlen. Zudem entstanden Räume, von den wir gar nicht wussten, dass wie sie haben…

 

Und das war nur ein partial staging, am liebsten machen diese Firmen natürlich „full staging“ – Und obwohl dann kein Mensch in so einem Haus wohnen kann, sieht das schick aus und scheinbar lohnt sich das für die Verkäufer/Maklerfirmen, die das ja bezahlen müssen. Man kann 14 Tage, 4 Wochen bis zu 3 Monaten diese Dinge mieten, bevor sie dann wieder abgeholt werden.

Dann am nächsten Sonnentag, kamen der Video-Filmer und der Fotograph. Der Video guy brachte seinen Hund und eine Brotzeit und schien sich insgesamt recht wohl zu fühlen, ließ die Drohne ums Haus fliegen und filmte im Haus herum. Der Fotograf war gleichzeitig in anderen Räumen zu Gange. Die Maklerin brachte Hund und Kind mit, Bella lag so gut es ging im Weg herum, war ein lustiger Tag…

Dann verstrich ein Wochenende, an dem wir üben konnten, diesen Hotel Zustand irgendwie aufrecht zu erhalten und am Dienstag ging das Haus „live“ – and then the crazyness begun. Sofort wollten drei Leute das Haus besichtigen, wir aus nochmal eben jeden Raum gecIMAG7401.jpgheckt und raus. Am nächten Tag kamen 45 Makler zum open house, innerhalb von zwei Stunden! Das wissen wir deshalb so genau, nicht nur weil unserer Maklerin uns das berichtet hat, sondern weil in USA jeder Makler, der ein Haus seinen Kunden zeigt oder zu einem open house kommt, eine Karte hinterlässt, beim zweiten und ggf. dritten Mal ebenso.

Und da hier gerade „The hottest house market ever“ vorherrscht, fragt man sich sowieso, wozu der ganze Aufwand. Ich sitze also gerade bei Starbucks, warte dass die nächste Gruppe das Haus verlässt und freue mich auf das Wochenende, das wir irgendwo, aber sicher nicht zu Hause verbringen werden. Hoffentlich behält die Maklerin recht und am Montag ist der Spuk zu Ende. I’ll keep you in the loop! Und wie die Maklerin sagte: The pictures will blow you away: das hat der Fotograph übrigens aus unserem Wohnzimmer gezaubert…

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American Beauty

In der Spring Break ging es über Portland (da auf Meilen) nach Las Vegas. Dort ein Tag Crazyness. Wie sagte die Kunstlehrerin, die am Black Jack Tisch die Karten ausgab: More than two days Las Vegas sucks the soul out of you – und da ist wohl was dran und am Montag ging es los in die Weite.

Wieder mal im Wohnmobil (RV), das, so sind wir jetzt überzeugt, sicherlich zu 90 % nur von Deutschen gemietet wird, denn warum kann man es über deutsche Anbieter wesentlich günstiger buchen und warum sprechen die Leute bei „Road Bear“ in breitem sächsischen Akzent? Man weiß es nicht, aber ich denke der gemeine Amerikaner hat gar nicht so viel Zeit für eine Wohnmobiltour, außer er ist Rentner, dann aber kauft er sich eine Art Reisbus mit Autoanhänger und lebt dann permanent in so einem Hometrailer…

Wir allerdings in der Touri-Version unterwegs. Erster Stop: Page – Antelope Canyon. Dort waren wir vor 10 Jahren auch schon einmal und die Kinder wollten das gerne noch mal sehen, da ihre Erinnerungen doch etwas verblasst waren. Es ist wirklich immer wieder „Amazing“. Der native American, der uns durch den Canyon führte, zeigte den alten Damen und den Kindern – ok auch mir, wie man mit dem Handy, in welchem Winkel mit welcher Belichtung diese Fotos zustande bringt:

Dann Bryce Canyon NP, die Bilder kennt man auch, nicht wahr? War ebenfalls der zweite Besuch nach 10 Jahren, diesmal mit etwas längeren Wanderungen.

Und last but not least: Zion National Park, der beliebteste Park in Utah, jedes Jahr Millionen Besucher und im Gegensatz zum Grand Canyon eben eine Tal mit Felwänden, die wahrscheinlich Kletterherzen höher schlagen lassen. Ich dachte erst dieses „Angels Landing“ (eine Art Felsenriff auf rund 1800m Höhe) das erreiche ich sowieso nie. Aber die Begeisterung der family war so groß und dann sind wir eben raufgekraxelt aufs Landing. Es kamen mir dann auch Menschen mit Espandrillos o.ä. entgegen, grad dass sie keine FlipFlops trugen, manche hüpften die Felsen hinunter ohne sich an der Kette festzuhalten. Es grenzt an ein Wunder, dass hier nur ab und an mal jemand abstürzt. Aber gut, wir kamen heil rauf und runter und die Ausblicke waren natürlich grandios. Der Campground im Park lag idyllisch am Fluss und das ist eben diese „American Beauty“, die wir in Europa vielleicht in dieser Dimension nicht haben. Wobei ich mir fest vorgenommen habe auch den Bayerischen Wald, den polnischen Urwald (bevor er abgeholzt wird), stille Wege in den Alpen zu besuchen, sollte das Fernweh mal wieder kommen.

Auf Mercer Island hat uns erstmal eine Schnürdl-Regen-Sonntag empfangen und die ganze Woche war recht zum Abgewöhnen – welcome back in the Pacific North West, dafür ist diese Woche Frühsommer pur und es soll 26 Grad geben!!!

Ach so, deshalb looken die so familiar…

Jetzt wird es Zeit die Zelte abzubrechen, denn diesen Satz haben nicht etwa die Kinder, die schon seit dem ersten Jahr immer wieder englische Ausdrücke liebevoll in ihre deutschen Sätze untermischen ausgesprochen – (Wir linen uns da all up, das Wetter is heute pretty blurry) nein, das war ich. Zugegeben leicht angeschickert von einem 50.igsten Geburtag heimspaziert, habe ich festgestellt, dass ich wohl ein paar der mir unbekannten anderen Gäste vom Sehen aus der Schule kennen musste, da die Kinder wiederum die Kinder kannten. Und dann war mir eben klar, warum die alle so familiar looken. Die Familie war zu Recht entsetzt darüber, dass Mutti so einen Satz raushauen kann und sich gleichzeitig Sorgen um die schulische Wiedereingliederung ihrer Kinder ins deutsche Schulsystem macht. Vielleicht sollte ich mir um mich mehr Sorgen machen.

Abgesehen von diesen Kleinigkeiten, waren aber Tochter und Mutter auf dem MARCH FOR OUR LIVES, der ja wie ihr alle sicher mitbekommen habt, gestern USAweit stattgefunden hat.

Und wie in D.C., war auch in Seattle Aufbruchstimmung – alle hoffen auf Verschärfung der Waffengesetze. Und da komme ich leider schon wieder ins Grübeln bzw. es fällt mir schwer diese „babysteps“ so ganz prima und ausreichend zu finden – zumindest gehen sie in die richtige Richtung. Denn diese bewunderswerten Jugendlichen, die wirklich Massen bewegen haben einen großen Hebel: Die Tatsache, dass sie die nächste Wählergeneration sein werden. Sie wollen jedoch tatsächlich erstmal nur, dass eben Lehrer nicht bewaffnet werden, sondern dass Waffen, wie auch die halbautomatischen Waffen der AR-15 Waffenfamilie, die in Parkland benutzt wurde, erst ab 21 Jahren gekauft werden können, dass man die Nachrüst-Vorrichtung, womit man Waffen zu (halb-)automatischen aufrüsten kann verboten werden etc.

In Deutschland, das habe ich zufällig gestern mit einem deutschen Polizisten Sohn auf der Party besprochen, muss man ja einen Waffenschrank für jede seiner registrierten Waffen haben und den kleinen oder großen Waffenschein haben… Ansonsten werden dir neben den Waffen gleich noch die Waffenscheine entzogen. (die fettdruckten Wörter sind Fremdwörter hier). Da lacht der Amerikaner natürlich. Hier werden die Waffen im Handschuhfach, unterm Autositz, im Nachtkästchen oder unterm Sofakissen aufbewahrt und das ganz legal. Das ist eben der Pioniergeist, Waffe schön griffbereit, den Einbrecher erschießen ist voll ok, Selbstverteidigung halt. Registrieren ist nicht nötig, man kann auch gerne in Cash zahlen. Eine Waffe ist leichter zu bekommen als Ibuprofen 400. In der Zeitung findet man täglich neben lustigen Berichten vom Dänischen Bäcker in Ballard (wirklich nette Geschichte ich hänge den link an) , Reise- und Shoppingtipps auch die Berichte über „Fatal Shootings“. So zum Beipiel im Februar, als es an einer Baustelle auf der Autobahn A5 südlich von Seattle zu einer Streiterei wegen Vorfahrtsmissachtung zwischen einer Motorradfahrerin und einem älteren Autofahrer kam. Beide blieben stehen und stritten am Seitenstreifen weiter – es kam zur Rangelei, der Mann drückte die Frau auf den Boden und dann hat sie ihre Waffe gezückt und ihn – erschossen. Ja mei, so Bausstellen können einen aber auch zum Ausrasten bringen, hieß es dann noch. I call this B.S.

Hier für alle, die das gerne selber lesen:

https://www.seattletimes.com/seattle-news/crime/police-woman-fatally-shoots-man-in-road-rage-incident-on-interstate-5/

Das beste ist, dass die Frau nicht angeklagt wird, das habe ich bei der Suche nach dem link gerade entdeckt – war eben Selbstverteidigung…

https://www.seattletimes.com/seattle-news/crime/prosecutors-wont-charge-motorcyclist-who-fatally-shot-a-man-in-road-rage-incident-near-tacoma/

So und zum Schluss noch was Nettes, der Dänische Bäcker aus Ballard, dem die Rente zu langweilig ist und WilliWonka-artig Teigwürste zu Kringeln zaubert….

https://www.seattletimes.com/life/food-drink/all-the-kringle-and-smorkage-too-larsens-danish-bakery-is-still-going-after-almost-half-a-century/

Gute Woche und endlich Frühling wünsche ich euch!

Seriously?

Es gibt viel zu Grübeln in letzter Zeit, nicht zuletzt wie es wohl sein wird – back in good old Germany. Drei Jahre sind quasi nichts in so einem 100jährigen Leben (davon gehen wir jetzt mal aus) und doch ist es eine Ewigkeit und wie schon oft beschrieben, so österreichisch, deutsch oder „bavarian“ habe ich mich noch nie gefühlt und das wird eher schlimmer. Demnächst mache ich vielleicht noch ein Jodldiplom oder so. 

Zusammengefasst, sobald man also irgendwo in der Fremde wohnt, sind da diese Vergleichsbilder – zu Hause wäre es jetzt so oder so – oh Mann, das würde ich jetzt aber vermissen  – oh bin ich froh, dass es das bei uns in der Form nicht gibt – wie soll das nur funktionieren, wenn wir das nicht mehr haben usw. usw.

Um es mit Beispielen zu füllen – wenn ich dann wieder ungegrüßt mit Bella spazieren gehe, vermisse ich die amerikanischen Hundebesitzer (oder auch nur Spaziergänger), die stehen bleiben und „What a Cutie!“ rufen (sie meinen damit natürlich Bella) und sie knuddeln und ihr Küsse hinters Ohr drücken (ok, das muss nicht unbedingt sein, aber so hundeverliebt sind sie eben, die Spaziergänger auf MI), da werden wir uns wohl recht ungeliebt fühlen. Oder wenn ich – nachdem man mir meine Papiertüten mit den Einkäufen bepackt hat, mich nach meinem Befinden oder meinen weiteren Plänen befragt hat, mir, den Kindern oder meiner mitgebrachten Einkaufstasche Komplimente gemacht hat – gefragt werde: Sollen wir ihnen helfen, die Einkäufe ins Auto zu laden? – tja dann schmunzele ich schon, bei der Vorstellung im Starnberger Aldi, Penny, Edeka etwas Ähnliches zu erleben…

Zum Glück gibt es aber den Donald und der sorgt dafür, dass eventueller Abschiedsschmerz überhaupt gar nicht aufkommen kann, denn seine brillianten Ideen gegen die regelmäßigen „mass-shootings“, die haben sogar bei uns auf Mercer Island schon ihre Blüten getrieben und ich MUSS euch die E-Mail die letzte Woche aus der Grundschule kam, tasächliche mit dem Titel „Exciting News“ hier eins zu eins wiedergeben:

Dear Lakeridge Families,
 
I am excited to share with you a new level of partnership between Lakeridge and the Mercer Island Police Department which we kicked off during lunch time this past Friday. 
 
MISD and MIPD already have a deep and longstanding positive partnership here on the Island. Our School Resource Officer, Art Munoz, is known and loved by many students, families and MISD staff. The police department partners with Lakeridge for our Third Grade Bike Rodeo, Walk/Bike to School, Marine Safety, and Safety Patrol Team just to name a few.
 
Now, we get to expand this partnership even more! MIPD officers will be buddying up with our elementary schools on a more regular and visible basis. They might stop in to have lunch in our cafeteria, stroll the hallways to give students high fives, or even play a quick basketball game with our kids out on the playground. We are thrilled to have our local officers connecting with our kids and school in such a personal and supportive way.
 
So, please do not be alarmed should you see a police vehicle around the school or an officer wandering our grounds. Just like every visitor, they’ll be signing in at the office and we will know they are here. Together, we are all keeping kids safe, happy and learning at school.
 
Please join me in welcoming our officers to our schools! 
 
Have a great evening,
 
Heidi Jenkins
Das also der Brief der Schulleitung, Heidi. Zusammengefasst: die Polizei wird einfach mal öfter anwesend sein. Fett gedruckt habe ich, weil diese Vorstellung, dass die Officer dann mit ihren Waffen, die werden sie ja wohl kaum ablegen, Basketball spielen, beim Mittagessen dabeisitzen oder einfach nur „high fives“ verteilen, so unglaublich ist, da sag ich tatsächlich: Seriously???
Die Mütterlobby ist aber andererseits schon in den Startlöchern und am 24. März wird USA weit demonstriert für strengere Waffengesetze. Das Sportgeschäft „Dick’s Sporting Goods“, bei dem wohl der Florida Shooter seine Waffe gekauft hat, hat angekündigt – als eines der ersten Sportgeschäfte – jetzt nur noch über 21 Jährigen Waffen zu verkaufen. Und wieder: Seriously? – Man konnte sie bisher auch unter 21 Jahren einfach so kaufen, im Gegensatz zu Alkohol? Im Skiurlaub war eine Familie neben uns an der Bar mit  fast erwachsenen Jugendlichen, also die waren deutlich über 18, aber gut man weiß ja nie genau und der Hipster Barkeeper sagte dann: I need to see your IDs, als die sich ein alkoholisches Mixgetränk bestellen wollten. Die Eltern standen dabei und das Mädel zückte ihre ID, der Junge sagte, oh ID habe ich nicht dabei, dann nehm ich ne Limo. Keine Diskussion, its the law. Ne Waffe dagegen – gerne gegen Cash und ohne ID, oder wie?  Dann also lieber ungegrüßt spazierengehen, Komasaufen ab 16 und  dafür nur Waffen für Jägerinnen, Sportschützen und Polizisten, die dann wiederum kein Basketball spielen oder im Hort ein Mittagessen einnehmen. 
Am besten wir ziehen in absehbarer Zeit auf einen anderen Planeten und fangen ganz von vorne an, seriously!

2018 – Powder – International Night

2018 is here und wir werden sehen was das Jahr so bringt und wohin 🙂

Den Januar hab ich mal eben übersprungen, ihr habt vielleicht gedacht, dass ich in Kanada hängengeblieben bin mit meinem abgelaufenen Reisepass? Trotz express kam der Reispass pünktlich nach dem Skiurlaub, so dass ich leicht angespannt die Grenzkontrollen passierte, wobei das Datum offenbar keine Rolle spielte…

The real powder: Ich muss von Silvester und Whistler noch berichten, dass wir dort auf dem richtigen Pulver Schnee fahren konnten, also eine Sorte Schnee, die es „bei uns“ (in Deutschland/Österreich) nicht gibt, denn in USA/Kanada schneit es offenbar auch noch bei kälteren Temperaturen, so dass eine tatsächlich extrem leichte Schneedecke dieses Baby-Puder-Gefühl beim Fahren vermittelt, dazu noch drei Tage Sonnenschein, irgendwie fast unwirklich schön.

Der Winter ist bislang easy going, mehr Sonne im Nov/Dez als erwartet, dann White Christmas und Winter-wonder-land in Whistler.

Back to normal auf Mercer Island gab es jetzt doch ein paar sehr, sehr verregnete Tage, an denen die Dichtigkeit der Gummistiefel und Regenmäntel zu wünschen übrig ließ oder war es einfach zu viel Wasser?

Die Schule plätschert auch so dahin, jeden Tag den immer denselben Ablauf zu haben, scheint ermüdend zu sein. Die Musikstunden dagegen motivieren nach wie vor – die saints go marching in dem UG herum und sommertime ist immerhin schon am piano…

Ein schulischer Event – wie jedes Jahr, an der neuen Schule etwas später: The international night! Diesmal mit Österreich am Nachbartisch! Da meine Kontaktaufnahme Anfang des Schuljahres erfolglos war, war ich erstaunt als ich auf englisch die Anfrage bekam, was wir denn am dt. Tisch so anbieten würden, denn sie also die „Österreicherin“ (so wurde sie mir von der Organisatorin vorgestellt), würde Kaiserschmarrn oder Käsespätzle machen. Ich klärte über unsere Landjäger mit Pretzel und Gummibärchentradition auf und erwähnte beiläufig, dass ich durchaus auch in deutsch kommunizieren könnte. Die liebe Elaine antwortete mir dann, dass sie leider keine Österreicherin sei, sondern sie nur einen Österreicher geheiratet habe, ob das auch zähle und dass sie nur mal kurz in Garmisch gelebt habe und ihr Deutsch deshalb eher limited sei. Nebenbei stellte sicher heraus, dass ihr Sohn mit meinem in der Klasse ist. Ein netter Junge, der allerdings auch nicht deutsch spricht!!! Das macht mich immer wieder fertig, denn es haben ja unglaublich viele Menschen hier deutsche Wurzeln oder sind sogar Deutsche, sprechen diese Sprache aber nicht mit ihren Kindern bzw. ihre Kinder nicht mit Ihnen. Das ist wirklich ein bisschen erschreckend, aber vielleicht auch verständlich aus Sicht der Kinder. Erwarten wir in Deutschland nicht auch, dass türkische, syrische, polnische, spanische, englische Einwandererkinder fließend Deutsch sprechen und dass IHRE Sprache wird? Das heißt also im Umkehrschluss, je länger man hier lebt, desto größer wird der Amerikaner im Kind. Bei mir ist der Zug schon abgefahren, ganz klar. Aus mir wird keine Oprah Winfrey mehr, aber was ist mit den Kindern? Das Heimweh nimmt ab, im gleichen Maße nimmt meine Sentimentalität zu – good old Germany – and Austria. Tatsächlich habe ich mich seit ich hier wohne, nie österreichischer gefühlt, ist das nicht urlustig? In diesem Sinne, vielleicht sollten wir den 3 Jahres Plan tatsächlich einhalten und dann heißt es – see you soon! Ich schweife ab, denn bevor old world erstmal hier die Diversity der International night…

Wenn man das so sieht, entsteht vermutlich der Eindruck hier ist alles nur Friede, Freude, Eierkuchen, aber das ist natürlich nicht so! Ich war auf einem Rassismus Vortrag an der Schule und da ist mir schon klar geworden, dass hier das Schwarz-Weiß Problem nach wie vor ein ganz anderes Kaliber ist, als in Deutschland, ist ja auch logisch. Hier wirst du schnell mal erschossen, wenn du in der falschen Gegend wohnst und nicht weiß bist. Und die Kinder in den weißen communities sind nicht unbedingt nur happy, lucky und feiern Multi-Kulti. Es gibt ca. 4% black families auf Mercer Island und davon haben sich alle schon Sprüche in der Schule anhören müssen, vermutlich auch weil es so wenige sind. Interessant, dass hier wie auch dort wo es am wenigsten Fremde gibt, das Fremde am meisten gefürchtet ist, oder? Ist insgesamt a bissl komplex für den Blogg, wir besprechen das bei Gelegenheit persönlich.

Und ganz zum Schluss, da meine französischen Bekannten hier nur mit den Augen rollen, also der Macron ist doch jetzt der neue europäische Hoffnungsträger, oder? Gebt es zu, jetzt wo wir alle Englisch können – dank Trump wird das Englische auch immer einfacher, so sad – ihr lernt doch jetzt auch alle wieder heimlich französisch, oder? (Außer natürlich die ihr das sowieso unterrichtet) Da will man doch wieder an der Cote d’azur Urlaub machen und sich sein pain au chocolat avec un cafe au lait bestellen.

Oui, c’est la vie!

Peace and Joy!

And happy Holidays…. its the season, yeah! Heute zeige ich Euch den kuriosesten Weihnachtsbaumschmuck, der mir hier untergekommen ist. It is amazing, was die Leute sich hier alles an den Baum hängen. Da die letzten Fotos grade irgendwo zwischen meinem Telephon und einer cloud oder sonstigem backup herumladen, denn ich habe wie immer am Jahresende eine Foto-chaos zu sortierten, von diesem Folder in jenen und zurück und wo sind die Fotos von Januar bis März, futsch, nix backup, später dazu. Diese neue Technik, die hod der Deifi gseing…

Erstmal zum bereits fast gelösten Problem: Ablaufender Reispass im Ausland… Na da gehste zum Konsulat. Ja wo ist denn das nächste deutsche Konsulat? Auf jeden Fall nicht in Seattle, sondern in San Franzisco, aber zum Glück gibt es ja einen Honorarkonsul. Dazu ist die website http://www.germany.info/ recht hilfreich. Hier findet man nicht nur alles Wichtige für Deutsche in USA, sondern erfährt auch, „The public diplomacy campaign “Deutschlandjahr” (Year of Germany)„Deutschlandjahr” (Year of Germany) is coming! Starting in October 2018, Germany and its deep ties with the U.S. will be on display all around America. Help us celebrate by submitting ideas for projects that showcase our countries’ partnership in the areas of culture, education, science, and business. Proposals are due by January 20, 2018.“

 

 

 

Und findet dort auch:

#MyDeutschFail: Finding the Humor in Language Learning

A popular strategy to language learning of any kind, but perhaps especially so with a more complicated language such as German, is keeping a sense of humor about it. As such, we interviewed German language learners of all ages to ask about their funniest language mistakes they have made.

Es war bis vor kurzem eine Dame die Konsulin hier, seit diesem Jahr haben wir einen „Neuen“, den Uli Fischer. Sehr geehrter Herr Honorarkonsul, so hab ich ihn erstmal angeschrieben und recht schnell einen Termin bekommen. Your Appointment is Tuesday 7pm. Treffpunkt ist in Kirkland im German Retire Home, ok. Ich also im abendlichen Berufsverkehr mit meinen biometrischen Fotos, diversen Urkunden und Bargeld ausgestattet zum Retire Home. Im Stockdunkeln – ihr erinntert Euch keine Straßenlaternen – über eine matschigen Parkplatz getappert – ah eine laminierte Deutschandflagge am Türknauf, hier muss es sein. In ein Colombo-eskes Büro in beige-braun gehalten, eingetreten – Joggi Löw grinst von einer Deutsch-Amerikanischen Zeitung und da kommt er schon, der Uli. Wir sagen du, oder? Yes, ok, du Konsul. Er erklärt mir, dass er das Ganze hier ehrenamtlich neben seinem Beruf macht, dass man als Honorarkonsul vorgeschlagen und in einem langwierigen Auswahlprozeß bestätigt werden muss,  er hier sehr viele interessante (vermutliche deutsche) Menschen kennenlernt und es ihm Spaß macht. Er sei eben ab übermorgen für 10 Tage in Europa, somit hätte ich Glück das Ganze heute noch abgegeben zu haben. Ob ich meinen Pass allerdings wirklich express bekommen könne, mit all den Feiertagen in Deutschland, das stehe auf einem anderen Blatt. Gut noch ist ein wenig Zeit, denke ich, letzte Woche wurden die Unterlagen ja alle eingereicht, per Post nach San Franzisco, dort in den PC getippt, in Deutschland wird dann der Pass erstellt und dann wird er zurückgeschickt nach San Franzisco. Dann bekommt ihn Uli nach Seattle geschickt, der ihn mir wiederum nur aushändigen kann, wenn er meinen alten dafür entwertet. Den muss ich aber immer zusammen mit dem neuen vorlegen, da hier mein noch länger gültiges Visum drin klebt. Puh. Little did I know, its pretty confusing.

Da überlegt man schon kurz, ob so eine doppelte Staatsbürgerschaft – nein nicht wirklich. Wobei das Land ist im Aufbruch. Alabama hat sich gegen einen berittenen, bösartigen, allzeit bewaffneten Reaktionär entschieden und das obwohl Alabama für die Republikaner eine Bank war.  Yes we can doch anders, oder wie? Einige meiner Bekannten sind super excited, aber ich glaube, bis das impeachment kommt, da müssen die Schweine der Bahamas nicht nur schwimmen, sondern fliegen (When pigs can fly). Wenn der Pass nicht rechtzeitig kommt, trotz express und so, wird die Rückreise vom kanadischen Skiurlaub Ende Dezember  im besten Fall interessant. Im Schlechtesten darf ich nicht mehr einreisen. Bitte Daumendrücken…

Jetzt zu den schönsten Anhängern der Saison: Bohrmaschine, Rasierer, Pizza oder eher klassischer Santa Claus mit Frau, die ihn mit Keksen füttert oder mit Baströckchen?

Das Wetter ist seit 10 Tagen sensationell, beschert uns traumhafte Sonnenauf- und -untergänge, erst ab morgen soll der Regen passend zum Ferienstart wieder kommen. Aber die Kinder freuen sich sowieso bis Mittags in den Pyjamas herumlümmeln und sich erst zu den diversen playdates (Christmas Movie afternoon, Christmas Theater, Hanukkah Parties und all so was) in Schale zu werfen, da wäre gutes Wetter nur hinderlich!

In diesem Sinne Happy holidays!

 

Schwimmende Schweine – Exumas

Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen …(Goethe)

Irgendwie kam mir dieser Satz in diesem Urlaub in den Sinn. Und das obwohl oder vielleicht weil es einer der außergwöhnlichsten und bilderbuchartistgen Urlaube war, an die ich mich erinnern kann.

Wie kam es zu unserem Reiseziel, den Exumas, eine Inselkette die zu den Bahamas gehört?

https://de.wikipedia.org/wiki/Exuma_(Bahamas)

Es war im März/April diesen Jahres, nach gefühlt 6 bis 7 Monaten Regen, wolkenverhangenden Wintermonaten bzw. der ganz normalen „Seattle rainy season“, da hatte ich in der ZDF Mediathek eine Reportage über ein junges Pärchen, das den Atlantik überquerte, entdeckt und gleich meinem insgeheimen Weltumsegler präsentiert. Sie, die bis dahin kaum segelerfahren, er seit Kindheit Segler und Fachjournalist bei der „Yacht“, Cati und Johannes Erdmann. Da die Reportage in Madeira endete, gab es zwei Varianten, entweder sie hatten es nicht über den Altantik geschafft oder irgendwas anderes ist mit dem zweiten Teil der Reise passiert. Wir recherchierten und siehe da, die beiden hatten es tatsächlich geschafft, nur das ZDF hatte sie wegen zu geringer Einschaltquoten nicht mehr begleitet. Da es ihnen in der Karibik so sehr gefiel und sich die Gelegenheit bot einen geräumigen Katameran zu kaufen, bieten sie seit 2016 Segeltörns von New Providence, eine der zahlreichen Inseln der BAHAMAS an. „The Bahamas“ sind ja ein beliebtes Winterziel der Nord-Nord Amerikaner und somit dachten wir, warum nicht? Wenngleich man auch aus Deutschland ähnlich lange fliegt, buchten kurzerhand den ersten Törn nach der Hurrikan Saison, der genau in unsere Thanksgiving Ferien fiel.

Von Juni bis Oktober können dort in der Karibik ja die Hurrikans durchziehen, wie dieses Jahr der Hurrikan „Maria“, der Puerto Rico dem Erdboden gleichmachte. Im Hochsommer gibt es viele „Schnäppchen“, aber es ist so eine Art Russisch Roulette in diesem Zeitraum eine Reise in die Karibik zu buchen und Segeltörns werden da sowieso nicht angeboten.

Wir also mit unserem Skipperpärchen im Austausch, die ihren Katameran erstmal von Virgina (USA) zu den Bahamas segeln mussten, bevor wie uns in der Marina auf New Providence trafen. Die Bahamas Airlane, die einen von Miami oder Fort Lauderdale nach Nassau fliegt, scheint eher die ausrangierten Flugzeuge aus Europa zu übernehmen, die Norwegisch – Englischen Hinweise auf den Sitzen auf dem Hinweg, und die Französisch- Englischen auf dem Rückweg, ließen mich das zumindest schließen. Sie brachten uns trotzdem sicher rüber. Dann bekommt man beim Aussteigen einen feuchtwarmen Umschlag, der sich für die Zeit des Aufenthalts um einen schlingt – angenehm nach den vielen Regentagen daheim, zunächst mal. Die ersten Nächte in Bob Marleys ehemaliger Villa verbracht – jetzt ein gemütliches Hotel mit morbidem Charme und Mob Marley Museums Zimmer, gings am Samstag auf den Kat und am Sonntag stachen wir bei Sonne und Wind in See, um auf einer der nördlichen Exuma Inseln zuzusteuern, wo wir unseren ersten Ankerplatz finden wollten.

Ich muss euch gar nicht weiter berichten, wann wir wo wielange geschnorchelt, geplantscht, im Sand gesessen, gesegelt und gegessen haben…Die Bilder führen uns durch den Urlaub. Erst mal die Farben des Wassers – türkis, blau, helltürkis mit Sonnenstreifen, dunkelblau, mittelblau usw. usw.

 

Dann die Inseln… Manchen unbewohnt, andere im Privatbesitz von Johnny Depp, David Copperfield, wieder andere die Drehorte diverser Filme (Thunderball, Casino Royale) mit entprechender Geschichte und touristischen Anlaufpunkte. Es gibt einen Exuma marine park http://exumapark.org/ wo an kleinen Riffen schnorcheln und kleine bunte Fische wie im Aquarium bewundern kann, Wasserschildkröten, Conchs (große Meeresschnecke), Baracudas, Haie gibts dort und auch überall sonst rund um die Bahamas im karibischen Meer.  Zwei Inseln sind einmal von Iguanas und zum zweiten von den berühmten schwimmenden Schweinen bewohnt. Die Schweine wurden irgendwann vor (hunderten von) Jahren von irgendjemand dort abgesetzt, quasi Speisekammer, und dann vergessen, auf jeden Fall nicht mehr abgeholt, vielleicht haben die Schnuckis auch ein Schiffsunglück überlebt. Seitdem sind sie DIE Touristenattraktion, werden regelmäßig gefüttert und mit Süßwasser versorgt. Da sie kapiert haben, dass Boot = Futter bedeutet, kommen sie zu den Booten geschwommen, was bei dieser Umgebung tatsächlich etwas surreal ist. Die kleinen Schweinchen sind wirklich allerliebst, man möchte künftig lieber auf Bacon, Pork-Dumplings und Schweinebraten verzichten – die Großen stinken aber ganz schön und ihre Hinterlassenschaften auch…. Die Iguanas leben auf einer anderen Insel und fressen am liebsten Weintrauben am Spieß.

 

In die Thunderball Grotte, in die James Bond alias Sean Connery in orangem Toucheroutfit getaucht ist und dort die atomaren Sprengkörper sichergestellt hat, konnten wir bei Niedrigwasser mit zahlreichen Touristen ebefalls schnorcheln, die Nurse-Sharks, scheinbar harmlose, welsartige Haie, hatten wir auf Staniel Cay für uns alleine. Denn Touristen lassen sich sonst gerne mit ihnen fotografieren, wir lieber ohne uns. Wobei man ja sagen muss, auch Riff Haie sind ja ganz ungefährlich, sagt man, und die Männer sind in der Annahme, es handele sich um besagte Ammenhaie, einen Morgen mutig in einer einsamen Bucht geschwommen und haben erst nach Auswertung der Unterwasserbilder erkennen müssen – upsi, es waren Riff Haie.

 

Ansonsten genoßen wir einsame Buchten, das unglaubliche Wasser, zahlreiche Mückenstiche der „Noseeum’s“ (man sieht sie nicht sie sehen wirklich so:      aus), die karibische Sonne, weiße Strände, die Conch-Muschel optisch und kulinarisch und die Wärme, ach was fühlt sich der Seattler Herbst nun gut an!!!

Goldene Herbst Themen

Und wie allawai am 31. Oktober: Halloween!!! Dass es mittlerweile zur Tradition wird – eh klar – aber es gibt den putzigen Halloween, den vertrete ich: Mit Kürbissen, Geisterlein, Orange und Schwarz, lecker Würstchenmumien oder Grabsteinbrötchen und vielen anderen süßen Ideen. Und dann gibt es hier Dekofreeks da fällt mir nichts mehr ein. Tierskelette (Hund, Katze, Ratte) neben menschlichen Skeletten, ok, das geht noch, dann aber durchaus realistische Gummiköpfe ohne Körper, sprich also Geköpfte, Zombies, Wehrwolfefratzen, Hände die sich aus dem Vorgartenbeet graben. Also ich kann mich nicht dran gewöhnen. Bella auch nicht, sie bellte letztens höchst aufgebracht ein paar (Un)tote an, die sich auf dem Gras fletzten. Bist du deppat!

 

Natürlich will der Sohn jetzt als „Bloody Butcher“, er hat ja den passenden Kopfschmuck in Portland erstanden, auf die Halloween Parade in der Schule. Hauptsache politsch korrekt, keine fremden Kulturen nachahmen (ich denke leicht beschämt an die Faschingsfeiern der 80er Jahre, Chinese, Indiander, Haremsdame und Arababer waren ja Klassiker), aber blutige, Geköpfte, kein Problem.

Die gute Nachricht, seit ca 10 Jahren gab es nicht so gute Wetteraussichten wie für dieses Halloween und wir werden – da nun in Fußabstand, neben der neighborhood auch „die Lakes“ unsicher machen, jene berühmte Siedlung, in der für einen Abend Geisterbahnen entstehen und quasi Halloweentourismus herrscht.

Dann war die alljährliche All-Band-Night. Seht ihr, es gibt nichts Neues mehr zu berichten, außer, dass jetzt beide Kinder mit dabei sind, dass es jedes Jahr beeindruckend ist, wie man 800 Musiker auf einem Feld so einen Show zeigen lassen kann und dass die Musik schon einen großen Teil im Unterricht einnimmt. Wenn man in der 7. Klasse noch im Bandprogramm ist, hat man das ganze Jahre jeden Tag eine Stunde Band… (In der 5. geht es mit 2x die Woche los, in der 6. hat man jeden 2. Tag Band usw). Ich errinnere mich auch an meinen „musischen Zweig“, die Chor- und Orchestertage und das waren schon highlights im durchaus tristen Schulalltag. Also warum wird Kunst und Musik so abgespeckt bei uns??? Hier der link zur All Band Night, für die Interessierten.

Ach ja und ein Vortrag für Eltern zum Thema Elektronical Devices für Kinder und wie man die Nutzung unter Kontrolle hat. Der Mercer Island Family-Therapeut war recht lustig und hat es sehr allgemein gehalten. Vor allem müssen wir Erwachsene uns natürlich selbst an die Nase fassen und sollten wir uns ständig mit fb, whatsapp, Katzenvideos oder „nur die Mails checken“ beschäftigen, sollte es uns weder verwundern noch erzürnen, wenn die Kinder dann eben auch das Gerät ständig in Gebrauch haben. Und wie oft wollten wir eben schnell was bestellen oder nachschauen und sind dann nach 2 Stunden lustigen Tierbaby-Videos, dem neuen Filmtrailer oder noch irgendwas anderes Sinnloses suchend, aufgestanden und haben uns geärgert? Langer Rede kurzer Sinn, es ist für die Kinder noch schwieriger zu sagen ok, Hausi ist fertig, Instrument ist geübt, jetzt spiele ich 10 min eine cooles Spiel am PC oder Handy und dann lese ich noch 30 minuten oder gehe mit dem Hund??? Schön wär das, aber eben unrealistisch und deshalb braucht man auch nicht sauer sein oder verzweifelt, wenn das Kind nicht wegkommt vom Gerät, denn das ist nun mal normal, dass die Dinger süchtig machen. Ich verstecke jetzt einfach das Gerät, so dass wir dann gemeinsam auf die Suche gehen müssen und jeden Tag kann man es eben auch nicht finden. Außerdem darf Vali einen Coding-Kurs nach der Schule besuchen und „programmiert“ jetzt seine eigenen Spiele. Und ich muss mich in Selbstdisziplin üben, ich gebe es ja zu.

Was er natürlich auch gesagt hat, dass die Kinder ja im Grunde gar kein Handy „brauchen“, ach nee, denn das sind ja auch keine Telefone mehr, sondern Computer mit internet und allem zip und zap und Telefonieren tut damit kein Kind mehr, quasi. Es gibt wohl von verschiedenen Anbietern sogenannte „smart watches“ mit denen man auch telefonieren kann. Sprich man kann das Kind erreichen und es kann anrufen (vmtl kann man es auch tracken) aber es hat keinen Internetzugang – hätte ich das mal voher gewusst!

Und zum Abschluss ein Ausflugstipp in Seattle Downtown Der Smithtower! http://www.smithtower.com/:  Hochgefahren wird mit einem der antiken Fahrstühlen, dort oben kann man die grandiose Aussicht und ein Lunch fast privat mit wenig anderen genießen. Wer Abends einen Cocktail nehmen möchte, ist hier sicher auch nicht schlecht beraten – Seattle bei Nacht !

 

„In 1914, Smith Tower became the first skyscraper in Seattle and the tallest building west of the Mississippi River. For more than one hundred years, it has remained a cultural icon of the city, offering breathtaking panoramic views and spectacular architectural beauty.“

Man kann (bzw. muss) beim Rauffahren auch ein paar erhaltene Räumlichkeiten ansehen und mehr über den Erbauer und Menschen, die beteiligt an dieser damals kühnen Idee waren, erfahren. Heute sind in den 42 Etagen fast ausschließlich Büros untergebracht, nur über der Aussichtsplattform mit Restaurant und Bar gibt es eine Penthousewohnung, nicht schlecht.

Das wars vom goldenen Oktober – genießt die Herbstferien! Wir müssen noch bis Thanksgiving durchhalten!